0-Ton:„Schrankwand ausm Fenstor lättern"
Schon jetzt redet man im Mansfeldischen öfter von Elsterglanz als von Luther.
Mansfeld-Südharz (red). Jeder Jugendliche - und nicht nur die - im Mansfelder Land und weit darüber hinaus kannte wohl bereits "Röstertaube", „Die Mutter von James Bond" oder „King Kong gegen Schaschlik". Drei CDs gibt es von Elsterglanz: „In 80 Tagen um Rottleberode" (2000), „In eigener Sache: Der Staat gegen Godzilla" (2002) und „Der scharlachrote Buchstabensuppe" (2005). Nicht offiziell - aber jeder hat sie.
Da haben die Jungs von Elsterglanz mal zwölf oder 25 für Freunde und Verwandte aufgenommen und dann haben sie sich schneller als ein Lauffeuer verbreitet, sogar als Handy-Klingelton hörte man „Gollom". Die Mansfelder Comedyband ist schon lange Kult - Gilli und Sven schafften es mit Sprüchen wie „im Kosovo??..du warst doch mit 37 es erste Ma in Ascherslehm!"
Allerdings bedarf es einiger „Ostdeutsch-Kenntnisse", um das wirklich zu verstehen. Nicht mehr alltägliche Wörter, die man aus seiner Kindheit kennt - wie Kaue oder Schnongse - werden neu ins Gedächtnis gerufen. Natürlich regen ihre Blödeleien und deren Charaktere zu vielerlei Spekulationen an. Zum Beispiel, wer Olaf Kaspriki ist. Vielen ist diese Version zwischen Harz und Halden wohl die liebste: Olaf Kaspriki ist ein Obdachloser aus der Nachbarstadt, der große Teile seines „Kapitals" in kleine „Kaugummiautomaten" steckt, um Plastikringe zu bekommen. Diese trägt er natürlich alle - deshalb soll er der wahre Herr der Ringe sein. Oder Alu: Eigentlich war Alu mal ein hochintelligenter Typ. Er hat zu DDR-Zeiten sogar in Moskau studiert, aber irgendwie ist er dann von seinem Weg abgekommen. Ob wegen Alkohol oder zu viel Studium - da gibt es viele Meinungen. „Und wenn ich mich recht entsinne, war er auch ein guter Sportler - ich glaube, Ringer", meint Rene aus Mansfeld. „Und ja, seine Stimme ist wirklich etwas hoch für so 'nen großen Typen."
Auch „Bärbel" und „Gerd" aus „Das sach mer alles Gerd" soll es wirklich geben. Laut den Elsterglanz-Fans kann man ihnen täglich in Eisleben, Lüttchendorf oder Hettstedt auf der Straße begegnen, zum Glück, so gehen die Texte wohl nie aus. Aussprüche wie: „Schrankwand ausm Fenstor lättern" und „Alles kaputtschlan" gehen dem Besucher wohl auch nicht mehr aus dem Sinn. Am 19. und 20. Dezember ist „Elsterglanz" mal wieder in der Heimat zu Gast. Im Wiesenhaus treten Gilli und Sven dann auf. Von ihren Fans schon sehnsüchtig erwartet.
Quelle: Mansfeld-Südharz vom 09.11.2008
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